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~ Kapitel 11 ~

Es ist ein Fluch. Ein böser Scherz. Es soll aufhören. sagte sich Shivell in Gedanken, als sie sah, wie Rhydon zu Boden fiel. Sie war wütend und beschloss ihn liegen zu lassen. Es verletzte sie, dass er sie wegen eines merkwürdigen Mädchen so brutal von sich wies. Sie wusste nicht, ob sein Lächeln ihr galt oder dem Mädchen. Sie war so wütend wie noch nie und dennoch tat er ihr leid. Sie stand langsam auf und ging zu Rhydon.

Während sie zu Rhydon lief, erblickte sie das Feuer das vor entsetzen zu erlischen schien. Sie ging zu ihrem Platz zurück und nahm eine ihrer Wasserflaschen um das Feuer zu löschen. Shivell schüttete das Wasser über das Feuer, doch es wollte nicht erlischen, er loderte mehr und mehr. Erneut kippte Shivell das Wasser übers Feuer, doch es war zwecklos.

Was geht hier vor? fragte sie sich und sah schnell zu Fero. Unverständlich war, dass Fero noch immer schlief, da er eigentlich immer der Erste war, der erwachte. Sie ging zu Fero und versuchte ihn wach zu rütteln, doch auch das funktionierte nicht. Shivell fühlte sich elend und hatte das Gefühl, sich in einer anderen Zeitspanne zu befinden. Sie schien in einer komplett anderen Welt zu sein.

Es soll aufhören.. dachte sie erneut und ballte ihre Hände zu Fäusten. Einfach nur aufhören. Ich halt das nicht mehr aus. Wut durchströmte sie von oben bis unten und ihr Blut begann zu kochen. Sie spürte in sich eine Kraft, die sie noch nie zuvor wahrnahm. Es war irgendwie unheimlich, aber es fühlte sich gut an. Immer wieder kam ihr der Gedanke in den Kopf, dass es aufhören sollte. Sie schrie innerlich und flehte ein Ende herbei. Während Shivell dieses merkwürdige Gefühl versuchte zu identifizieren, merkte sie, wie ihr gesamter Körper zu glühen begann.

Was geschieht hier? Es soll aufhören.. dachte sie erneut und schien fast zu explodieren. Die Wut staute sich in ihr immer mehr und sie schien jeden Moment die Kontrolle über sich zu verlieren. Hatte dieses Gefühl etwas mit ihrer Wut zu tun? Sie wusste jedoch keine Antwort.

"ES SOLL AUFHÖREN" schrie sie mit einem mal mit einer Lautstärke, die Fero zum Erwachen brachte. Er hob seinen Kopf und schaute umher und sah vor sich eine ihm bekannte Person in einem fremden Zustand. Er jaulte laut und rannte auf Shivell zu, doch diese beachtete seine Taten nicht.

Shivells Schrei weckte nicht nur Fero aus seinem Schlaf, sondern auch das Mädchen, dass Rhydon am Abend zu vor an einem naheliegendem Tümpel fand. Das Mädchen richtete sich auf und blickte zu erst zu Rhydon, der noch immer bewusstlos am Boden lag. Dann erblickte sie Fero, der zu knurren begann. Fero schien das Mädchen nicht zu mögen und rannte blitzschnell zu Rhydon, um ihn zu schützen.

Das Mädchen wusste nicht, was diese Kreatur von ihr wollte und schrie laut auf vor Angst. Sie blickte hilfesuchend zu Shivell, doch auch sie schien verärgert und gefährlich zu sein. Das Mädchen beobachtete Shivell längere Zeit, da ihre Haut so hell erstrahlte. So etwas hatte das Mädchen noch nie gesehen und sie fühlte eine Wärme von diesem Licht ausgehen.

"Hallo." sagte das Mädchen, doch von Shivell kam keine Reaktion.

Shivell konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sie wollte dieses Mädchen loswerden ohne zu wissen, warum sie es wollte. Sie wollte, dass dieses Mädchen sich von Rhydon fernhält. Eifersucht trieb sie zu solchen Gedanken. Shivell kannte solch ein Gefühl nicht und als das Mädchen sich zu Rhydon wandte, schien Shivell von neuem vor Wut zu explodieren.

"Fass ihn nicht an!" fauchte sie mit fester Stimme und starrte das Mädchen mit wütendem Blick an.

Das Mädchen zuckte zusammen und wich von Rhydon. Sie lief gegen einen Baum und sackte vor diesem zusammen. Fero erhob den Blick und rannte zu Rhydon. Er stieß ihm drei Mal gegen die Seite, doch der junge Mann rührte sich kein Stück. Fero blickte zu Shivell und versuchte sie durch sein Jaulen zu beruhigen. Doch der Versuch schlug fehl.

Das Mädchen saß noch immer zusammen gekauert am Baum und ihre Angst war zu sehen und zu spüren. Sie zitterte am ganzen Leib, als sie sah, dass Shivell sich näherte. Das Mädchen hatte nur noch einen Wunsch, sie wollte weg, weg von diesem unheimlichen und fremden Ort. Sie begann zu weinen, als Shivell vor ihr stand und sie änderte ihre ängstliche Haltung in eine Art Schutzhaltung. Sie hatte noch nie in ihrem solche Angst und noch nie musste sie so weinen, wie in diesem Augeblick.

"Bitte. Lass mich in Ruhe.." schluchzte das Mädchen mit flehendem Blick.

Shivell sah das Mädchen an und wusste nicht, was mit ihr gesehen ist, dass sie so voller Zorn war. Am Liebsten hätte sie dem Mädchen den Kopf abgeschlagen mit dem Messer, dass sich in ihrer Tasche befand, doch dann kam sie wieder zu sich und setzte sich neben das Mädchen. Sie schaute das Mädchen ahnungslos an und sah, dass das Mädchen weinte. Shivell wusste nicht, warum sie weinte, aber sie hatte das Gefühl, dass es an ihr lag. Sie nahm das Mädchen in den Arm und versuchte es zu beruhigen.

Auch Fero schien sich während der Wandlung von Shivell beruhigt zu haben. Er blieb bei Rhydon, der noch immer besinnungslos auf dem Boden lag, und sah Shivell und das Mädchen mit freundlicher Miene an. Auch Fero wusste nicht, was in dieser Zeit geschehen ist und hatte das Gefühl, er sei gerade erst aus einem schlimmen Alptraum erwacht.

Fero stand auf und rannte zu dem Mädchen. Er jaulte vor Freude, doch das Mädchen zuckte vor Angst zusammen. Shivell machte eine Handbewegung und deutete Fero, dass er zurück zu Rhydon gehen sollte. Fero tat dies auch sogleich und das Mädchen schien sich wieder einigermaßen zu beruhigen.

"Es tut mir leid." sagte Shivell und reichte dem Mädchen ein Stofftuch.

"Danke." sagte sie und ergriff das Stofftuch langsam.

"Ich weiß einfach nicht, was in mich gefahren ist, dass ich so ausgeflippt bin. Es tut mir leid." wiederholte sie noch einmal mit trauriger Stimme und das Mädchen sah sie verwundert an.

"Ihr schein nichts dafür zu können. Es ist auch mein Verschulden. Ich wusste nicht, dass diese Gestalt Euer ist." sagte sie mit sanfter und noch verängstigter Stimme.

"Diese Gestalt? Er ist doch ein Mensch, genau wie du und ich." entgegnete Shivell erstaunt.

"Ein Mensch?" fragte das Mädchen und stand auf.

"Ja. Jeder hier wird Mensch genannt. Du bist doch selbst einer. Warum ist das neu für dich? Wer bist du überhaupt?" fragte Shivell und sie merkte, dass dies zu viele Fragen waren. Sie ging zu dem Mädchen und sah sie mit vorwurfsvollem Blick an. "Es tut mir leid."

"Ich habe mal etwas über Menschen gelesen. Daheim, im Schloss meines Vaters. Aber ich wusste nicht, dass es sie wirklich gibt." sagte sie und setzte sich in die Nähe der Stelle, wo das Feuer brannte.

"Woher bist du?" wollte Shivell wissen. Sie setzte sich zu Rhydon und strich sanft über seine Wange, mit ihrer Hand.

"Ich bin aus dem Mondschattenland." sagte sie und musterte die Reaktion von Shivell.

Als das Mädchen diese Worte aussprach, ließ Shivell ihre Hand von Rhydon. Sie sprang auf sah das Mädchen genau an. Erschrocken setze sich Shivell wieder und musterte das Mädchen langsam und intensiv.

"Das.. Mond..schatten..land? Bist du, bist du dir sicher?" fragte Shivell erschrocken.

"Ja." sagte das Mädchen und blickte zu Rhydon, der sich kurzzeitig bewegte.

Auch Shivells Blick wandte sich zu Rhydon. Ihr Gesicht strahlte, als er sich endlich bewegte, doch als er trotz der ruckartigen Bewegungen nicht erwachte, machte sich Shivell große Sorgen. Sie sah ihn an. Ihm tropfte der Schweiß von der Stirn. Sein ganzer Körper war unglaublich warm, als hätte er Fieber oder ähnliches.

Shivell nahm ein weiteres Stofftuch und tränkte es in kaltes Wasser. Sie legte es Rhydon auf die Stirn. Es schien ihm gut zu tun, doch nach wenigen Minuten war es so warm, dass das Tuch die gleiche Temperatur wie Rhydon hatte. Shivell nahm das Tuch runter und tränkte es erneut in kaltem Wasser. Dies tat sie alle paar Minuten um Rhydon zu helfen.

"Der arme Mann.." sagte das Mädchen zögernd und ging zu Shivell.

"Er heißt Rhydon." sagte Shivell bedrückt und rief mit einer Handbewegung Fero zu sich. "Fero? Geh Wasser holen ja? Rhydon meinte hier in der nähe gibt es einen Tümpel mit klarem Wasser. Vielleicht hilft ihm das, außerdem sind unserer Vorräte bald aufgebraucht."

Fero sah Shivell an und jaulte zur Bestätigung, dann nahm er sich mehrere Flaschen und Gefäße und lief los. Shivell sah ihm nach und er war schon nach wenigen Sekunden nicht mehr zu erkennen. Sie wusste, dass sie sich auf Fero verlassen konnte und hoffte, dass ihr Wasservorrat bis zur Rückkehr von Fero reichen würden. Sie machte sich große Sorgen um Rhydon und ergriff seine Hand. Sie sah ihn an und versuchte die Tränen zurück zu halten.

"Rhydon? Wenn du mich hören kannst, dann sei gewiss, dass ich da bin. Ich bin bei dir. Bitte wach auf." sagte Shivell und nun begann sie zu weinen, da sie den Anblick von Rhydon nicht ertragen konnte. Sie waren nicht einmal lange unterwegs. Nicht weit weg von der Hütte, in der sie sich kennen lernten.

Shivell stand auf und ging fort. Das Mädchen rief ihr noch irgendetwas hinterher, doch Shivell schenkte den Worten keine Beachtung mehr.

Es ist meine Schuld. dachte Shivell, während sie sich auf die Suche nach dem Mann machte, der ihr vielleicht helfen konnte.

~ Kapitel 12 ~

Er saß auf einem alten Holzstuhl und grübelte über den Sinn des Lebens nach. Er wusste nicht, wie lange sein Leben noch erhalten bleiben könnte und wie lange er noch die Möglichkeit haben würde, sich um sein Prachtstück, seinen Garten, zu kümmern. Er nahm eine Tasse Tee und trank langsam einen Schluck. Er stellte die Tasse wieder ab und stand auf. Seine alten Knochen taten ihm weh und so fiel ihm das Aufstehen gleich doppelt so schwer. Er ging zum großen runden Tisch, der in mitten des Raumes stand und sah eine Weile ins Leere.

Plötzlich ging die Tür auf und der alte Mann erschrak. In der Tür stand ein bezauberndes Mädchen, dass er schon lange suchte, doch sie sah nicht so glücklich aus, wie damals. Er musterte sie langsam und aufmerksam. Während er dies tat, kam sie einige Schritte näher und ihre Miene wurde ernster, als sie schon war.

"Josef, ich brauche deine Hilfe." sagte sie entschlossen und der alte Mann nickte.

"Wobei meine Liebe? Wie kann ich dir helfen?" wollte er wissen.

"Du hast mir gesagt, ich sei das Sonnenkind. Wenn ich es wirklich bin und du denkst, dass ich es bin. Dann musst du mir alles erzählen, was du weißt." sagte sie und zitterte vor Aufregung.

"Ich habe nie etwas derartiges behauptet." widersprach der alte Mann ihr und sah sie verwundert aus.

"Aber du hast mich angegriffen, als ich ei Rhydon und Fero war." erwiderte sie verunsichert.

"Rhydon und Fero?" Auch der alte Mann war sichtlich verunsichert.

"Fero, der Spross, den Ibrit zeugte. Du warst bei ihnen und hast ihn Bestie genannt und mich Sonnenkind. Josef, ich bitte dich. Hilf mir und hör auf irgendwelche Spielchen mit mir zu treiben. Ich weiß genau, dass du es warst. Es ist gerade mal vier Tage her." sagte sie und in ihren Augen war die Wut und Verzweiflung zu sehen.

"Vor vier Tagen? Das kann nicht sein. Aber bei einem hast du Recht, meine Liebe. Ich weiß tatsächlich etwas über das begehrte Sonnenkind." sagte er und forderte sie mit einer Handbewegung auf, sich zu setzen.

Shivell setzte sich auf einen der Hocker, die um den großen, runden Tisch standen und sah Josef gespannt an. Sie konnte nicht glauben, dass er es abstritt, sie an jenem Tag angegriffen zu haben. Sie konnte sich noch an alles erinnern, doch in seinem Blick war deutlich zu sehen, dass er wirklich nicht wusste, was sie meinte. Shivell überlegte, ob sie es ihm erklären sollte, doch zuerst wollte sie wissen, wie sie Rhydon helfen konnte.

"Also meine Liebe, du behauptest von dir, dass Sonnenkind zu sein. Das ist äußerst merkwürdig, da du doch ei unserer letzten Begegnung meintest, dass man dir nur den Namen gab, weil man glaubte du könntest eines sein. Erklär mir die Geschichte, wie du auf diese Idee kamst und warum du ausgerechnet mich aufsuchst." sagte er und reichte Shivell ein mit Wasser gefülltes Glas.

Shivell begann ihre Geschichte von den letzten vier Tagen zu wiederholen und versuchte kein Detail auszulassen. Langsam wurde ihr klar, dass diese Person nicht die gleiche war, wie an dem Abend, als man ihr vorwarf das Sonnenkind zu sein. Sie redete und erzählte von Rhydon, wer er war, in welcher Hinsicht sie miteinander in Verbindung stehen und warum er die Menschen in Lira verachtet. Sie erzählte von Fero, den sie mochte, der keine Bestie war und der sie beschützte, als es gefährlich wurde. Sie erzählte auch vom alten Mann, der sie angriff und dass sie ihn, Josef selbst, in diesem Mann sah, dass der Mann auch zugab, Josef zu sein und dass er behauptete, Shivell sei das Sonnenkind. Sie berichtete von allem, auch von dem Mädchen, dass ihr und Rhydon begegnet ist und von den merkwürdigen Vorfällen, seit dem das Mädchen in der Nähe von Rhydon und ihr weilte.

Während Shivell so erzählte, stand Josef einmal auf um neues Wasser und neuen Tee zu holen. In der Zeit unterbrach Shivell für kurze Zeit ihre Rede um tief Luft zu holen. Als er wiederkam fing sie erneut an wie ein Wasserfall zu reden. Es störte ihn nicht, da er alles wissen wollte und vieles war für ihn so unglaubwürdig, dass er oft dachte, sie hätte geträumt. Jedoch konnte sie jede Tatsache und jedes Geschehen genau schildern und daher nahm er kaum an, dass sie ihn anlügen würde. Er war erschrocken, zu hören, wen man mit Bestie meinte und wollte es irgendwie wieder gut machen. Er wusste, dass die Möglichkeit wäre, ihr zu helfen, so gut es ging.

Sie redeten fast die ganze Nacht durch und immer wieder, wenn sie inne hielt, weil Josef neues Gebäck, neues Wasser oder neuen Tee holte, starrte sie aus dem Fenster und hoffte, dass Rhydon schon längst wieder wach war und sie suchte. Sie hatte niemanden verraten, wo sie hinging, nicht einmal Fero wusste es und umso mehr machte sie sich sorgen, ob sie Rhydon in die Obhut des Mädchen geben konnte. Sie wusste nicht einmal ihren Namen. In all der Aufregung hatte sie vergessen, auf diese Frage eine dringende Antwort zu verlangen und so plagte sie die Ungewissheit den gesamten Tag.

"Ich schlage vor, wir machen uns auf den Weg zu deinem Freund." sagte Josef mit ruhiger Stimme, als er wieder einmal erblickte, wie Shivell mit sorgenvoller Miene aus dem Fenster starrte.

"Meint Ihr, dass Ihr das schafft?" fragte Shivell und dies übertrieben höfflich, dass es sie selbst wunderte.

"Natürlich. Aber haben wir uns nicht darauf geeinigt, dass du mich duzen darfst?" fragte er mit einem knappen Lächeln und nahm einen Beutel von der Garderobe.

"Verzeih mir. Es wäre wirklich schön, wenn wir zurück gehen könnten, jedoch weiß ich nicht, ob Fero dich all zu freundlich begrüßen wird." sagte sie beunruhigt und seufzte.

"Ich kann mich wehren, Shivell. Es mag vielleicht nicht danach aussehen, aber ich kann mich noch wehren." sagte Josef und reichte ihr eine Hand zum Aufstehen.

"Okay." sagte sie und nahm seine Hand.

Shivell nahm ihre Sachen und zog sich einen Mantel über, da es während der Zeit zu regnen begann. Es war der Mantel, den sie von Rhydon bekam, da sie kaum Sachen in Lira hatte. Sie machten sich auf den Weg und schwiegen. Kein einziges Wort wurde während des gesamten Weges zum Lager gesagt. Während der Zeit des Weges betrachtete Josef die Umgebung. Überall standen Bäume, die mit verschiedenen Früchten geschmückt hatte. Es waren sogar einige Tiere zu sehen, Eichhörnchen, Füchse, Mader und Vögel. Jeder hatte seinen Platz und war auf Futtersucher. Anscheint suchten sie schon die Vorräte für den kommenden Winter zusammen, wobei auch dies noch einige Wochen dauern konnte.

Ab und zu öffnete Josef den Mund um etwas zu sagen, doch er verkniff sich jegliches Kommentar und folgte Shivell. Er war noch immer überlegen, wer die Person war, die ihm ähnlich sah und den sie und Rhydon für Josef hielten. Es ließ ihm keine Ruhe, dass es jemanden gab, der sich als er ausgab.

Als sie endlich das Lager erreichten, sah Shivell wie Fero aufsprang und zu knurren begann. Sie deutete ihm mit einer Handbewegung, dass er sich beruhigen sollte und lief mit Josef zu der Stelle wo Rhydon lag. Noch immer lag er schweißgebadet am Boden und war bewusstlos. Sie sah zum Mädchen, dass an seiner Seite saß und versuchte irgendwelche Anhaltspunkte zu finden, dass Rhydon zwischenzeitig aufgewacht wäre, doch diese Hoffnung wurde ihr genommen, als das Mädchen bedrückt den Kopf schüttelte.

~Kapitel 13 ~

Lucky nickte kurz ein, nach dem sie das Buch zurück in ihre Tasche packte und wurde durch einen lauten Knall geweckt. Verschlafen öffnete sie ihre Augen, jedoch war das Sonnenlicht so stark, dass sie ihre Augen sofort wieder schloss. Sie blinzelte ein paar Mal um sich an das grelle Licht zu gewöhnen und nach einiger Zeit erkannte sie eine etwas merkwürdig aussehende Gestalt.

"Ja?" fragte sie mit verschlafener Stimme und sah die Gestalt an.

"Hallo mein Kind." sagte eine alte Frau und setzte sich zu Lucky.

Langsam erkannte Lucky die alte Frau. Es war eine der Frauen, die sich immer wieder um die Straßenkinder in Etarnia kümmerte. Sie war etwas rundlich und ziemlich klein, nicht einmal größer als ein junger Kirschbaum. Die alte Frau strahlte eine gewisse Art der Freundlichkeit aus, die Lucky sehr an ihr schätzte. Sie trug ein altes braunes Kleid und dazu eine weiße Schürze. In der Hand hielt sie einen Korb mit etwas Essbaren und drei Flaschen Wasser.

"Wie geht es dir Lucky?" fragte die alte Frau und lächelte sanft.

"Danke sehr gut. Irsa was machst du hier?" wollte das junge Mädchen wissen und sah sie verwundert an.

"Ich wollte nach dir schauen. Du warst uns schon lange nicht mehr besuchen. Da haben mein Mann und ich uns Sorgen gemacht. Komm doch heute zum Abendessen vorbei." sprach die alte Frau und reichte Lucky eine Flasche Wasser und etwas Kuchen.

"Ja gern. Ich hatte in den letzten Tagen viel zu tun." sagte Lucky, doch eigentlich wollte sie nicht, dass die Leute der Stadt über Ira und ihren Mann sprachen, weil sie sich um Lucky kümmerten. Es war nicht gern gesehen, dass sich Menschen um Straßenkinder kümmerten, da jeder der Meinung war, dass dies das Verschulden der Kinder war.

"Ach Lucky. Du machst dir viel neu viele Sorgen." erwiderte Irsa knapp.

"Mag sein." erwiderte sie nachdenklich.

"Was ist los mit dir mein Kind?" wollte Irsa wissen, doch Lucky zeigte keine Reaktion.

"Ich weiß nicht so recht. " sagte Lucky nach einigen Minuten und sah Irsa an. "Ich hab noch was zu erledigen, aber ich komme nachher liebend gern zum Essen.""Oh. In Ordnung. Dann sehen wir uns heute Abend, Liebes." sagte Irsa und beobachtete Lucky dabei, wie sie davon rannte und schüttelte den Kopf.

Lucky suchte sich eine Stelle, wo sie niemand stören konnte und schlug das Buch auf, das sie seit einiger Zeit mit sich trug. Noch nie hatte sie sich für Bücher interessiert, aber irgendetwas in ihrem Kopf sagte ihr, dass dieses Buch anders sein würde, als die Bücher, die sie damals geschenkt bekam.

Das Buch war ziemlich alt und Lucky musste aufpassen, dass es nicht auseinander fiel. Die Geschichte des Sonnenkindes stand auf dem Buch und Lucky überlegte lang, bis ihr wieder einfiel, dass Irsa ihr mal von dem legendären Sonnenkind erzählte. Sie sollten von unglaublicher Schönheit sein und unglaubliche Kraft besitzen. Eigentlich glaubte das Straßenmädchen nicht an solche irrsinnigen Geschichten, doch diesmal schien es sie wirklich zu geben. Zumindest zählte das Buch etliche Orte auf, wo man eines finden könnte.

Wenn ich eines finden würde und es nach Kalitan bringe, bekomme ich bestimmt eine große Belohnung dafür. dachte Lucky und begann Pläne zu schmieden, wie sie eines finden könnte. Sie las weiter im Buch und es wurden viele Merkmale erklärt.

Sonnenkinder sind oftmals unsicher in ihrem Handeln und stets darauf bedacht das Richtige zu tun. Sie werden oft unterschätzt, obwohl sie oftmals sehr intelligent sind. Sie können sich gut tarnen und stammen von der Insel Nalia. Die Insel in der das erste Sonnenkind geboren wurde. Sie war von unfassbarer Schönheit und versuchte stets die Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten. Wenn Sonnenkinder sich dazu entschließen, etwas zu unternehmen, sind sie nur schwer davon abzubringen und versuchen es mit aller Kraft zu vollenden.

"Merkwürdige Geschöpfe sind das. Naja ich werde garantiert eine Menge bekommen und dann kann ich Irsa und ihrem Mann endlich helfen." sagte Lucky halblaut und schüttelte den Kopf.

Jetzt führe ich auch noch Selbstgespräche dachte sie und begann zu lachen.

Während sie die Zeit mit lesen verbrachte, ging langsam die Sonne unter. Lucky starrte in den Himmel und begab sich dann zum Haus von Irsa. Sie wollte nicht schon wieder ihr Versprechen brechen und das Abendessen versäumen. Also klopfte sie hastig an die Tür, weil sie nicht wollte, dass irgendwer sie erkannte.

Die Tür ging auf und Irsa stand an der Tür. Sie begrüßte Lucky herzlich und winkte sie hinein. Lucky folgte ihr in das Haus, dass liebevoll dekoriert und eingerichtet war. Das Haus besaß zwei kleine Zimmer und ein Badezimmer. Das erste Zimmer war ausgestattet mit einem Kieferntisch und dazu vier passende Kiefernstühle. Am Rand stand eine Reihe von Holzschränken, die als Küche dienten. Auf einem der Holzschränke lag eine erwärmte Steinplatte, auf dem Irsa das Essen kochte.

Lucky setzte sich auf einen der Stühle und betrachtete den Wandteppich auf dem eine Frau abgebildet war, die einen Stab in der Hand hielt. Lucky war fasziniert von diesem Bild, doch fiel es ihr diesmal zum ersten Mal auf.

"Hallo Erik." sagte Lucky mit lieblicher Stimme und der alte Mann drehte sich um.

"Oh hallo Lucky. Wie geht es dir meine Liebe?" erwiderte der alte Mann und umarmte sie herzlich.

"Danke sehr gut." antwortete Lucky.

Eric war der Mann von Irsa. Er war etwas größer als Lucky und lächelte immer zu. Er war ein sehr freundlicher Mann und hatte immer einen komischen alten blauen Hut auf. Er war sein Wahrzeichen. Zu seinem Hut trug er passend ein blaues Lederhemd und eine braune Lederhose. Über dem blauen Hemd trug er eine schwarze Weste. Er hatte grüne Augen, wie Irsa, und wenn er lächelte war deutlich zu erkennen, dass ihm einige Zähne fehlten.

"Na habt ihr Hunger?" fragte Irsa und kam mit einem Topf zum Tisch.

"Aber klar doch." entgegnete ihr Lucky und lachte einfach drauf los.

"Dann ist ja gut." sagte Irsa und stellte den Topf auf den Tisch. Sie holte

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