:POWEREDBY_black-wickelschen:

~ Kapitel 8 ~

Es war ein Tag wie jeder andere in Etarnia. Die Sonne schien und das Wetter war so traumhaft wie immer. Alles war so traumhaft wie immer. Als würden die Bewohner unter einem Bann stehen. Wie jeden Tag machte man sich daran die Stadt zu pflegen und zur Perfektion zu bringen. Jeder Bürger von Etarnia tat genau das, was er am Vortag schon einmal erledigte. Viele stutzten die Hecken in ihren Gärten, gossen die Blumen oder sorgten für die Sauberkeit auf den Straßen. Etarnia sollte makellos sein. Etarnia warn die schönste Stadt in Lira und darauf waren die Bewohner stolz. Doch es musste doch langweilig werden, wenn man jeden Tag das selbe unternimmt. Jedoch zeigte keiner der Bewohner ein Anzeichen von Langeweile oder Desinteresse.

Lucky lief wie immer durch Etarnia und suchte nach etwas. Was auch immer es war, sie war sich sicher, dass sie es irgendwann finden würde. Sie war ein junges Straßenmädchen, dass in Etarnia lebte. Jedoch sah sie nicht nach einem Straßenkind aus, da man sich bemühte Etarnia in Perfektionismus zu kleiden. Für Lucky war dieser Wunsch unvorstellbar, aber auch sie mochte die Stadt sehr. Sie bemühte sich aber nie, etwas für die Stadt zu tun. Ihrer Meinung nach hätte es auch etwas unordentlicher sein können und wenn sie etwas derartiges sagte wurde sie gleich als unverschämte Göre bezeichnet.

In mitten der Stadt lag der Park in dem die große Blume stand. Lucky mochte diesen Ort sehr und kam gern an diesen Platz. In mitten des Parks sah man einen kleinen Brunnen mit Bänken und anderen Sitzmöglichkeiten. Alles stand rund um der großen Blume, die das Wahrzeichen für Etarnia war. Von Besuchern wurde sie die Blüte der Ewigkeit genannt, weil sie schon etliche Jahre in Etarnia stand, seit der Gründung.

Die Blüte der Ewigkeit sah von weitem wie eine gigantische Lilie aus. Sie schimmerte in einem zarten weiß nid versah den gesamten Platz und der gesamten Stadt einen wohlig blumigen Duft. Viele bereisten Etarnia nur wegen der Blume, andere kamen nach Etarnia, weil die Stadt für ihre Parfümproduktion bekannt war.

Lucky ging wie jeden Tag zum Park und setzte sich auf eine Bank und betrachtete die Blüte der Ewigkeit. Sie mochte diesen Anblick, da er eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. So konnte sie für einige Zeit ihre getrübten Gedanken vergessen und lächeln.

Sie war nicht sonderlich groß und auch nicht gerade kräftig gebaut. Seit ihrem Leben auf der Straße hatte sie eine sehr zierliche Figur, da sie nur selten etwas zu essen bekam. Sie hatte blonde wellige Haare und rot-braune Augen. Oftmals konnte man die Wut in ihrem Blick sehen, es war als würde sich ein Feuer in ihren Augen entzünden, aber wenn sie sich wohlfühlte und lächelte, wirkte sie wie ein Engel. Sie trug ein langes blaues Kleid mit einem weißen Gürtel dazu. Um den Hals hatte sie einen weißen Schal gebunden und sie trug silberne Ohrringe. Lucky hatte ein niedliches Gesicht, doch hinter ihrem niedlichen Aussehen verbarg sich etwas gefährliches. Seit sie klein war, war sie sehr verspielt und übte den Umgang mit Dolchen und Messern. Das Straßenmädchen trug immer eine Tasche mit sich herum, in der sie ihre Messer und Dolche versteckte.

Nach wenigen Minuten stand sie wieder auf und lief durch die Straßen. Heute suchte sie etwas zu essen und einen Platz zum Schlafen. Während sie so herum lief, achtete sie genau auf jede Bewegung von den Personen auf der Straße. Ein alter Mann, den Lucky beobachtete, fuchtelte Wild mit einem Blatt rum und schrie immer wieder das selbe. Neueröffnung. Eine Frau wiegte ihr Kind in den Schlaf und sang ein altes Kinderlied. Es war nicht von Lira und es kam ihr dennoch erkannt vor. Plötzlich kam ein weitere alter Mann auf das junge Straßenkind zu und drückte ihr ein Buch in die Hand. So schnell wie er auf sie zu lief, war er auch wieder verschwunden. Er war kaum zu erkennen und merkwürdig gekleidet.

Lucky war zwar sichtlich verwirrt, aber steckte das Buch in ihre Tasche. Sie dachte daran es zu verkaufen und machte sich auf den Weg zum Schätzer der Stadt. Als sie ihm das Buch hinlegte und er sah, dass in dem Buch nur leere Seiten zu finden waren, bat er Lucky 3 Kupfertaler dafür. Empört nahm Lucky das Buch und ging.

Sie lief wieder zum Park und setzte sich erneut auf eine der Bänke. Sie schlug das Buch auf und sah, dass das Buch beschrieben war. Sie konnte zwar lesen, aber diese Schrift auf dem Buch war uralt und wie dieses seltsame Kinderlied nicht aus Lira oder naheliegenden Kontinenten.

Als Überschrift des Buches standen nur vier weitere verwirrende Wörter da. Die Geschichte des Sonnenkindes, irgendetwas gab Lucky das Gefühl, dass dieser Tag noch weitere Überraschungen zu bieten hatte. Sie legte das Buch in die Tasche und dachte über die Überschrift nach.

Und tatsächlich sollte am Ende des Tages ihr Gefühl sie nicht belügen.

~ Kapital 9 ~

Während sich Shivell und Rhydon auf dem Weg nach Etarnia befanden, schwiegen sie die meiste Zeit. Seit ihrem Aufbruch hatte keiner der beiden irgendetwas gesagt. Zwar warteten sie beide, dass der andere sich dazu durchringt etwas zu sagen, aber nichts geschah.

Das einzige Geräusch, dass zu hören war, war das Gejaule von Fero, der ständig vorrannte und Stöcke holte, die Rhydon wie gewohnt werfen sollte. Schweigend nahm er jeden Stock, der ihm vor die Füße geworfen wurde und warf sie fort. Während die Stöcke flogen, rannte Fero mit einem gewaltigen Tempo los und sprang hoch, als der Stock über ihn war. Shivell war sichtlich erstaunt, wie hoch Fero springen konnte, doch auch sie sagte kein Wort.

Als sie Nachmittags ihr Lager aufschlugen um etwas zu essen, schwiegen sie noch immer. Fero merkte die Anspannung zwischen seinen zwei Begleitern und stupste Shivell solange an, bis sie so genervt war und den Mund aufmachte.

"Fero. Lass sie in Ruhe." ertönte es aus Rhydons Richtung.

Zufrieden jaulte Fero, da endlich jemand etwas sagte, doch es war nur von kurzer Dauer. Nach dem Rhydon ihn ermahnt hatte, trat ein erneutes Schweigen ein. Bedrückt tapste Fero davon und Shivell merkte die Trauer im Blick der Bestie. Sie wusste nicht warum, aber Fero tat ihr leid.

"Armer Fero.." sagte sie leise und zog mit dieser Bemerkung den Blick von Rhydon auf sich.

"Er ist traurig, weil wir nicht wirklich viel geredet haben heute. Er wird denken, dass wir streit haben und daher so geknickt sein. Keine Angst, er bekommt sich schon wieder ein." antwortete er mit ruhiger Stimme um ihr die Sorge um Fero zu nehmen.

"Achso. Aber er tut mir dennoch leid. Wir sollten ihm beweisen, dass wir uns nicht gestritten haben, findest du nicht?" entgegnete sie ihm mit leichter Abwesendheit, als ihr Blick in die Richtung ging, in der Fero verschwand.

"Vielleicht.." gab er zur Antwort und stand auf.

"Vielleicht?" fragte sie leise nach, doch er hörte sie nicht mehr, während er in den Wald ging. Ohne zu sagen wohin er ging und warum, machte er sich auf den Weg. Shivell verstand nichts mehr. Hatte sie etwas falsches gesagt? Hat sie ihn vielleicht verletzt? Wenn ja, wie? Alle möglichen Fragen schossen durch ihren Kopf. Sie wusste nicht, was sie tun sollte, also beschloss sie, einfach sitzen zu bleiben. Vielleicht würde er ja zurück kommen.

Während sie auf ihn wartete wurde sie allmählich müde und es vergingen etliche Stunden. Als es anfing zu dämmern, schlug sie so langsam ihr Lager auf. Weder Fero noch Rhydon kamen während der vergangenen Stunden zurück. Sie machte sich sorgen. Sie hatte Angst wieder allein zu sein. Vielleicht war sie einfach nur unerträglich für ihn. Bei diesem Gedanken begann sie zu weinen. Sie weinte bitterlich, weil ihr der Verlust zu schmerzhaft vorkam. Sie konnte nicht erklären, was es war, aber sie wollte ihn nicht verlieren.

Während sie dort saß und weinte, kam Rhydon aus dem Wald zurück und beobachtete sie eine Weile. Er fragte sich, warum sie so schrecklich am flennen war und er hasste es jetzt schon. Er konnte es nicht ertragen, nicht weil das Geräusch, das sie machte, unerträglich war, sondern eher, weil er sie mochte. Er riss sich zusammen und ging auf sie zu und versuchte möglichst freundlich zu gucken.

"Hey, was hat dich denn so verstimmt, eure Hoheit?" fragte er gelassen und versuchte das charmanteste Lächeln aufzusetzen.

"Ach.. Nichts" schluchzte sie. Sie war froh, dass er wieder da war, aber hasste ihn dafür, dass er sie ausgerechnet in einem solchen Moment erwischte.

"Sieht aber nicht wie nichts aus." sagte er und setzte sich neben Shivell.

"Doch." protestierte sie und mied jeglichen Blickkontakt.

Erneut begann das Schweigen die Gegend zu füllen. Rhydon wollte etwas sagen, doch er wollte nicht, dass irgendeins seiner Worte sie erneut verletzen. Somit beschloss er einfach da zu sein und zu schweigen. Auch Shivell hatte Angst etwas falsches zu sagen, ihn zu fragen, wo er war. Sie wollte ihm Vorwürfe machen, doch sie sah selbst ein, dass diese eher dazu führen könnten, dass er erneut geht.

Als die Nacht herein brach und sie noch immer schwiegen, kam auch Fero zurück zum Lager. Sein weißes Fell war dreckig und nass, aber er schien fröhlich zu sein. Er lief auf Shivell und Rhydon zu und schüttelte sich so, dass das Wasser von seinem Fell beide traf. Shivell drehte sich weg um sich davor zu schützen und knallte genau gegen Rhydon.

Rhydon war zuerst geschockt, doch dann begriff er die Situation. Doch plötzlich wurde er von einem Gefühl überflutet, dass er nicht kannte und nahm sie in den Arm. Er drückte sie fest an sich und merkte, dass sie unsicher über seine Handlung war. Er löste die Umarmung und sah sie verzweifelt an.

"Ja ähm, wir wollten doch Fero zeigen, dass wir keinen Streit haben oder etwa nicht?" sagte er und versuchte so ehrlich wie möglich zu klingen.

"Ja. Siehst du Fero, wir haben uns genauso lieb wie immer." sagte sie und streichelte das Fell des Ibritsprösslings.

Der Sprössling des heiligen Wolfes Ibrit sah sie zufrieden an und legte sich dann nahe dem Feuer, was seit geraumer Zeit als Wärmequelle diente. Er schloss die Augen und schnaubte leise vor sich hin. Er schien zu schlafen und wirkte so friedlich. Noch immer konnte Shivell nicht verstehen, dass man ihn für eine Bestie hielt. Er war doch so putzig, in ihren Augen.

Während Shivell damit beschäftigt war, Fero zu beobachten, schlich sich Rhydon für einige Zeit davon. Sie bemerkte es nicht und war umso mehr erschrocken, als er erneut fort war. Vielleicht suchte er auch einfach nur Feuerholz. dachte sie und es kümmerte sie nicht weiter.

Wütend darüber, was er getan hatte, ging er fort und setzte sich für eine Weile verdeckt an einen Tümpel in mitten des Waldes. Er starrte aufs Wasser, dass so klar schien wie frisch geblasenes Glas. Es spiegelte sich ein Sichelmond auf der Oberfläche des Wassers. Die Nacht war sehr kühl und auch Rhydon merkte die Kälte. Trotz seiner Begabung, als Sturmkind, Kälte und Winde nicht all zu stark zu spüren, war diese Kälte für ihn unerträglich. Er spürte zum Ersten mal eine solche eisige Kälte und konnte nicht sagen, was es war. Als er noch bei Shivell saß und von ihr ging, war es noch nicht zu spüren, doch nun hielt er es nicht aus und spürte die Kälte intensiv.

Während er auf das Wasser starrte und versuchte seine Körperwärme zu steigern, da auch dies eine Begabung von ihm war, sah er plötzlich ein helles Licht erstrahlen. Es erstrahlte an der Stelle, an dem das Bild des Sichelmondes auf der Wasseroberfläche zu sehen war. Der Mann hatte keine Erklärung dafür und war verwundert. Als wäre er in einen Bann gefesselt, starrte er auf das Licht und sah, wie aus diesem Licht ein Mädchen geboren wurde.

Er stand auf und wollte Shivell rufen, doch als er ihren Namen rief, kam kein Ton aus seinem Mund. Kein einziges Wort konnte er sagen. Immer wieder rief er ihren Namen, doch es kam kein Geräusch aus ihm heraus. Plötzlich erlosch das Licht und ein junges Mädchen lag am Rande des Tümpels.

Rhydon drehte sich um und fluchte leise. Als er merkte, dass er nun wieder sprechen konnte, wollte er zuerst zu Shivell rennen. Doch er wusste, dass er das Mädchen dort nicht liegen lassen konnte. Sie lag völlig schutzlos und nackt am Boden. Also nahm er sie und streifte seinen Mantel ab und zog ihr den Mantel drüber. Rhydon hob sie hoch und lief so schnell wie möglich zu Shivell.

Er erklärte ihr die Situation, was er sah und dass er nicht wusste, woher dieses Mädchen kam. Zuerst sah Shivell ihn ungläubig an, doch dann sah sie in seinem Blick, dass dies keine Lüge war. Sie wusste selbst nicht, was sie dazu sagen sollte und musterte das Mädchen mit scharfen Blick.

Das Mädchen war ungefähr einen Kopf größer als Shivell und hatte lange schwarze Haare. Sie war recht normal gebaut, nicht zu dick und auch nicht zu zierlich. Sie sah recht friedlich aus, während sie dort am Lagerfeuer lag.

Keiner der beiden Gefährten sagte nach dieser Entdeckung noch ein Wort. Sie legten sich wortlos schlafen und wartete, ob das Mädchen am nächsten Morgen erwachen würde.

~ Kapitel 10 ~

Als der Morgen mit einem lauten Knall begann, schrecke junge Mädchen das auf brutalste Weise auf. Ihre Augen waren weit aufgerissen und ihr Herz raste blitzschnell, als hätte sie an einem Marathon teilgenommen oder wäre vor irgendetwas geflüchtet. Sie sah sich in der Umgebung um und merkte schnell, dass sie noch nie an einem solchen Ort war. Zuerst dachte sie, es wäre ein Traum, ein Zauber oder ähnliches, aber diese Hoffnung wurde ihr genommen, als sie langsam bemerkte, dass ihr Kopf zu schmerzen begann.

Wo bin ich? Das ist nicht meine Welt, oder? dachte sie und stand auf. Als sie weiter die Umgebung erkundete, fiel ihr auf, dass sie Kleider trug, die sie gar nicht kannte und die ihr nicht gehörten. Für das junge Mädchen war alles so fremd, sie kannte eine solche Welt nicht und sie machte ihr Angst. Wie angewurzelt stand sie am Platz, wo sie aufwachte und lediglich den Mut, ihren Kopf zu bewegen, besaß sie. Plötzlich erblickte sie drei Gestalten, zwei ihr ähnlich aussehende Geschöpfe und eines, das einfach anders war.

Der Ort an dem sie sich befand war voll von großen Bäumen und allen möglichen Pflanzen. Das Mädchen kannte sich zwar nicht in der Gegend aus, aber erkannte dennoch, dass sie sich in einem Wald befand. Sie erblickte um das Lager herum viele verschiedene Baumketten und begriff ebenfalls, dass sie sich auf einer Lichtung befand. Jedoch wusste sie nicht, wo dieser Walt war und wer diese Gestalten waren, die sie entdeckte. Für sie war die Umgebung furchterregend und unheimlich. In mitten auf der Lichtung erblickte sie ein Licht, sie wusste nicht was es war, dass das Licht erstrahlen lies und näherte sich dem ihr unbekannten Objekt. Sie wollte es berühren und schrie auf, als sie merkte, wie heiß es wurde und sich die Haut verbrannte. Sie machte schnell einige Schritte zurück und befand sich wieder an der Stelle, wo sie erwachte. Sie sah sich weiter um und merkte, dass sich die komisch aussehende Gestalt bewegte.

Das Geschöpf war weiß und sah, während es schlief, friedlich aus. Es hatte vier Beine und schnaubte ab und zu vor sich hin. Zuerst dachte sie, dass es eine Bestie wäre und sie für irgendetwas bestraft werden würde, weil sie sich fern von Zuhause aufhielt.

Sie ging näher zu den Gestalten und musterte dies. auf genauste. Da sie ihr sehr ähnlich sahen, hatte sie weniger Angst vor ihnen. Doch sie erschrak, als sich die eine Gestalte auf eine andere Seite rollte. Voller Furcht sprang das Mädchen zurück und beschloss sie nur noch von weitem zu beobachten.

Nach einiger Zeit erhob sich eine der zwei ihr ähnlichen Gestalten und streckte die Arme von sich. Die Gestalt setzte sich auf und sah seltsam aus, als wäre es nervig am Ende. Das Mädchen wusste nicht, was sie tun sollte und blieb einfach stehen. Als die Gestalt sich umdrehte und das Mädchen erblickte, zuckte sie zusammen und ihr Herz raste erneut, aber diesmal nicht aus Furcht vor einem Traum, sondern vor Aufregung. Ihr wurde schwindelig und sie sank zu Boden. Die Gestalt, die das Mädchen beobachtete, sprang sofort auf und rannte zu ihr. Kurz bevor das Mädchen ganz die Besinnung verlor sah sie in das Gesicht der Gestalt. Es sah so vertraut aus und dennoch machte es ihr Angst, da das Gesicht durch eine Narbe verunstaltet wurde.

Rhydon erwachte als Fero sich drehte und laut vor sich hinschnaubte. Er war noch sehr müde und streckte beide Arme von sich um ein wenig wacher zu werden. Dann rieb er sich die Augen und sah sich im Lager um. Während er sich umsah, entdeckte er das Mädchen vom Vorabend, dass ihm an dem Tümpel des Sees begegnet ist. Sie stand dort und im ersten Moment dachte Rhydon er hätte einen Engel gesehen. Er musterte sie ruhig. Ihre Anspannung war sichtlich zu spüren und so beschloss er darauf zu warten, bis sie auf ihn zu ging.

Sie trug ein paar Kleider von Shivell und sah darin bildschön aus. Rhydon überlegte ob es noch etwas schöneres gab, als dieses Mädchen. Völlig in Trance gesetzt starrte er sie an und bewunderte sie. Dieser Zustand endete jedoch, als das Mädchen zusammen zu brechen schien. Er sprang auf und rannte zu ihr. Als er sie auffing, sah er in ihre grünen Augen, die für Rhydon wie ein Blitzschlag trafen. Nun war er sich sicher, dass er noch nie etwas schöneres gesehen hatte.

Während sie in seinen Armen lag und er sie zurück zur Stelle brachte, wo sie die Nacht schlief, regte sich auch Shivell und erwachte. Auch sie konnte durch Feros Lauten nicht mehr schlafen und erblickte sofort Rhydon, der das Mädchen auf den Händen trug. Für Shivell war dies ein durchaus unangenehmes Gefühl, da Rhydon sichtlich anzusehen war, dass er sie bewunderte. Shivell wollte, dass sie verschwindet und dennoch war dies ein äußerst merkwürdiger Wunsch von ihr, da sie wusste, dass dieses Mädchen höchst wahrscheinlich Hilfe brauchte.

Langsam erhob sich Shivell und lief zu Rhydon, der das Mädchen inzwischen abgesetzt hatte. Sie sah ihn eine Weile an und musterte danach noch einmal das Mädchen. Das Mädchen hatte in ihren Augen unglaubliche Züge, die nicht typisch für Bewohner ihrer Welt waren. Sie dachte zuerst, sie wäre ein Wunder, ein Geschöpf des Glücks, ein Gotteskind oder gar ein Engel, doch dann erkannte sie, dass sie große Ähnlichkeit mit den Menschen, wie sie und Rhydon es waren, hatte.

"Guten Morgen." sagte sie leise. Doch von Rhydon kam keine Reaktion. Wie gebannt starrte er auf das Mädchen und ließ keinen Blick von ihr. Selbst als Shivell ihre Hand auf seine Schulter legte, machte er nur eine wortlose Bewegung, mit der Rhydon ihre Hand von seiner Schulter schüttelte.

"Rhydon?" sprach sie mit kräftiger und wütender Stimme, doch erneut kam keine Reaktion. Sie merkte wie sie immer wütender wurde und fast kochte vor Wut. Sie packte ihn am Arm und zog ihn zu sich. Es schien, als hätte er für kurze Zeit eine Erlösung aus dem Bann gefunden, doch dann stieß er Shivell von sich. Shivell landete brutal auf dem Boden und zog sich einige Schürfwunden zu. Rhydon drehte sich in der Zeit wieder zu dem Mädchen um und starrte sie wieder an.

Shivell stand auf und stellte sich vor Rhydon. Seine Augen sahen so leer aus und sie konnte nicht sagen, ob es wegen dem Mädchen war oder wegen der Tatsache, dass er sie eben von sich stieß. Erneut schob er Shivell mit aller Gewalt fort, nur um das Mädchen anzustarren. Jedoch wollte Shivell nicht locker lassen und bemühte sich so sehr, dass er wieder zu sich kommt.

Nach etlichen Versuchen Rhydon zurück in die Realität zu holen, die allesamt Fehlschlugen, gab sie auf. Shivell wusste nicht, was sie tun könnte und setzte sich zu Fero. Sie streichelte sanft das Fell des Abkömmlings Ibrits und sah mit traurigem Blick zu Rhydon.

Rhydon starrte währenddessen noch immer völlig fasziniert das Mädchen an. In seinem Inneren war ihm völlig unklar, warum sie ihn plötzlich so faszinierte. Er wollte den Blick von ihr lösen doch er wusste nicht wie und hatte in manchen Punkten das Bedürfnis sie weiterhin zu beobachten. Sie sah so friedlich aus, während sie dort lag und schlief. Während Shivell ihn traurig musterte und er jeden ihrer Blicke spüren konnte, versuchte er sich von dem Anblick dieses Mädchens zu lösen. Er führte einen Kampf in seiner Seele und war drauf und dran diesen zu verlieren.

Er konnte die Blicke von Shivell nicht ertragen, aber er wollte auch den Anblick dieses Mädchen nicht aus den Augen lassen. Er bemühte sich dennoch den Blick von ihr Abzulassen. Er wollte zu Shivell, sich entschuldigen, weil er sie fort stieß und verletzte. Er wollte sie trösten und für sie da sein. Innerlich schrie er vor Wut und für einen kurzen Moment schien er von ihrem Bann erlöst zu sein. Er drehte sich zu Shivell und lächelte ihr zu, doch plötzlich sackte er zu Boden und verlor wie das Mädchen die Besinnung.

Catch


Startseite
Der Keller!! <3

the



MAINBLOG

butterfly


Mein Buch (Kapitel 1 und 2)
Mein Buch (Kapitel 3 und 4)
Mein Buch (Kapitel 5 - 7)
Mein Buch (Kapitel 8 - 10)
Mein Buch (Kapitel 11 - 13)





Credits


Layout
Picture by
Jetzt auch bloggen!
} Gratis bloggen bei
myblog.de